Alina Stoica - So nah, so fern - Buchrezensionen

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Alina Stoica - So nah, so fern

Titel
Starke Emotionen - starkes Buch!

Im Rahmen einer Facebook-Leserunde durfte ich dieses Buch von Alina Stoica lesen (darum es ist nicht als verifizierter Kauf gekennzeichnet).

Diese Rezension fällt mir etwas schwer, weil ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Daher beginne ich mit dem, was ich sonst am Ende schreibe: 100%ige Kauf- und Leseempfehlung!

Als ich den Klappentext las, fragte ich mich, worauf ich mich da nur eingelassen habe. Ein Kind stirbt? Will ich das wirklich lesen? Der Hinweis, dass Alessandras Sohn ihr in ihren Träumen erscheint und es Aufgaben zu erfüllen gibt, gab mir den Ruck, es wenigstens zu versuchen.

Nun bin ich fertig und sehr dankbar dafür, dass ich dieses Buch lesen durfte.

Bis zu dem Moment, als der Kleine stirbt, hatte ich etwas Angst. Ich wollte diese Szene nicht lesen, sie nicht erreichen und trotzdem schnell dahinkommen, um es hinter mich zu bringen. Als ich das Kapitel dann beendet hatte - ganz ehrlich? - ich hätte Alina Stoica am Liebsten umarmt, so grandios und fantastisch ist sie mit den Worten umgegangen. Es schien mir fast so, als ob sie genau wusste, was ich fühle und denke und hat im richtigen Moment die richtigen Worte gefunden, um mich da durchzuführen.
Allgemein ist ihr Schreibstil sehr ... empathisch.

Was passiert in einer Mutter, wenn das Kind stirbt? Gibt es noch einen Sinn zu leben? Wie tief ist das Loch, in das man fällt? Kann man dann noch lieben?
Die Autorin hat mich in diese Fragen mitgenommen, mir aber keine Antworten darauf aufgezwungen. Im Gegenteil - und das finde ich an ihrem Stil wunderbar - sie hat mich das Schicksal einer jungen Mutter gedanklich und auch emotional miterleben lassen.
Die Gedanken und Emotionen der Charaktere im Buch werden so authentisch beschrieben, dass ich mich fühlte, als sei ich ein stiller Beobachter des Geschehens, der alles hautnah miterlebt - immer eine Packung Taschentücher griffbereit dabei.

Es gibt verschiedene Menschen in dem Buch, Gedanken, Emotionen, Handlungen. Es gibt Wendungen, Überraschungen, Hinweise, Schicksalsschläge, Glück, Trauer und Liebe. Und alles trifft irgendwie irgendwann zusammen. Es gibt sogar Begegnungen zwischen Personen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben und doch zu einer Geschichte gehören. Die logische Umsetzung all dessen ist Alina Stoica grandios gelungen. Ich bin wirklich begeistert darüber.
Und genau das macht das Buch noch spannender und verleitet dazu, weiterzulesen.

"So nah, so fern" hat mein Herz berührt. Ich gebe zu, dass es teilweise so emotional war, dass ich ein Taschentuch brauchte. Aber ich war auch glücklich, einfach nur berührt, weil es so schön war oder vor Erleichterung.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und mit viel Gefühl. Er verleitet einen dazu, umzublättern. Es geht gar nicht anders, weil man einfach wissen möchte, was auf der nächsten Seite passiert, was diese oder jene Person jetzt macht.
Genau wie die Menschen, werden auch die Orte sehr bildhaft beschrieben. Es fiel mir leicht, gedanklich das Bild dieser Orte zu erschaffen. Auch das war sehr schön.

Vielleicht ist es kein Buch für "einfach mal zwischendurch", aber es ist jede Empfehlung wert.

Kurz zum Cover: Ich finde es gelungen. Für mich geht es weniger um die Darstellung und viel mehr um das, was es (für mich) aussagt: Sehnsucht, Hoffnung, Ruhe. Gedanken, die kommen und gehen - so nah, so fern.
Seitenzahl (Print-Ausgabe): 323 Seiten
Verlag: dotbooks Verlag
Sprache: Deutsch
E-Book: 4,99€
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