Augusto Cury - Der Traumhändler - Buchrezensionen

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Titel
Ich würde ihm folgen, dem Traumhändler ... ein Stück

Ich beginne mit einem Zitat aus dem Buch, das ich - für die Gegenwart - ein wenig abgeändert habe:
"Wir wünschen uns, wie Götter zu sein, und vergessen dabei, wie anstrengend es ist, immer perfekt zu sein, auf den guten Ruf zu achten, das Image zu polieren, den Meinungen anderer mehr Bedeutung beizumessen, als den eigenen, zu viel von sich zu verlangen und sich ständig selbst zu bestrafen. Wir haben die Leichtigkeit des Seins verloren und sind zu Zombies geworden. Wir sind dazu erzogen worden, zu arbeiten und voranzukommen, aber auch dazu, in unserer kurzen Existenz unsere Essenz zu verraten. In was für einem Irrenhaus leben wir eigentlich?"

Wer das wissen möchte, wer wissen möchte, wer er ist, wer sein Fundament sucht und dem Irrenhaus entfliehen will, möge dieses Buch lesen und erleben.

Ist die Geschichte realistisch? Vielleicht, eher unwahrscheinlich. Aber darauf kommt es gar nicht an. Die Geschichte dient nur als Mantel und diesen Mantel trägt der Traumhändler, eine Art moderner Jesus. Aber nein, es ist völlig Wurscht, ob man Theist ist, Agnostiker oder Atheist, Jesus dient nur als menschliche Vorlage, nicht als religiöse. Die christlichen Werte sind hier zu erkennen. Es ist keine Kirchen-PR.

Das Buch befasst sich mit den gesellschaftlichen Wertvorstellungen, es regt zum Nachdenken an. An einigen Stellen wird zu dick aufgetragen, es wird zu einem Moralapostel, da wäre weniger mehr gewesen. Es gibt ein Kapitel, in dem die Aussagen des Traumhändlers sehr provokativ sind. Okay, das sind sie eigentlich immer, denn sonst würde man nicht darüber nachdenken, aber da habe ich gestaunt. Oder ich habe es falsch verstanden.

Ich finde dieses Buch wichtig, denn es erinnert uns sanft schüttelnd daran, was wirklich wichtig ist im Leben und was passieren kann, wenn wir die falschen Prioritäten setzen.

Gibt es Kritikpunkte? Ja, einige, man liest es in den Rezensionen. Es seien viele Klischees dabei, formlose Charaktere und dergleichen. Ich finde, dass diese 'Klischees' ganz normale Themen sind, die unseren Alltag bestimmen und würden die 'Darsteller' detaillierter dargestellt werden, würde das nicht zur Geschichte passen. Es kommt weder auf die Geschichte an sich an, noch auf die Darsteller. Es geht um viel mehr, es geht darum, dem Traumhändler zuzuhören, zu lesen, was er zu sagen hat. Ja, Magermodels auf einem Laufsteg ist ein alter Hut, langweilig, gebe ich zu. Aber was würde passieren, wenn einer kommt, es so machen würde, wie der Traumhändler? Ist es dann noch langweilig? Ist es dann noch Klischee?
Mir sind ein paar Wiederholungen egal, auch manches Klischee. Mir sind auch die Absätze egal, die überflüssig waren, zu sehr nach Moralapostel klangen. Das Ende war zum Teil vorhersehbar, egal, denn darauf kam es nicht an. Es gibt ein Ende, kein Happy End, kein Bad End, einfach ein Ende der Geschichte. Und dann ist es dem Leser überlassen, ob er dem Traumhändler folgt, oder eben nicht.

Es fällt mir schwer, dieses Buch zu rezensieren, denn es ist eine dieser Geschichten, die auf jeden Leser anders wirken, die jeder anders wahrnimmt und vor allem eine der Geschichten, in denen jeder etwas Anderes liest.

Ich vergebe 5 Sterne und eine Kauf- und Leseempfehlung für all jene, die ihre Prioritäten aus den Augen verloren haben.
Seitenzahl (Taschenbuch): 330 Seiten
Verlag: Allegria Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 9,99€
E-Book: 8,99€ (Der Preis ist ein Witz, oder?)
ISBN-10: 354874592X
ISBN-13: 978-3548745923
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